Podcast: Donauwellen
Die „Donauwellen“ rücken Zentral- und Südosteuropa in den Mittelpunkt.
Podcast-Gastgeber Florian Kührer-Wielach spricht mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Donau-Karpaten-Raums. Menschen, Themen und Bücher rund um das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München (IKGS) werden vorgestellt.
Die Vermessung der Ghettos – Digitale Geschichtsvermittlung zwischen Krieg, Pandemie und Diktatur
Projektleiter Markus Winkler (Berlin) und Mykola Kuschnir, Direktor des jüdischen Museums in Czernowitz, berichten über das trinationale Digital-Projekt „Die Vermessung der Ghettos“, das mit Studierenden und Schüler:innen in Grodno (Belarus), Czernowitz (Ukraine) und Chișinau (Republik Moldau) realisiert wurde. Es waren äußerst schwierige Bedingungen, unter denen die zahlreichen Mikroprojekte durchgeführt wurden: Neben der Pandemie müssen die Ukraine und die Republik Moldau mit frozen conflicts leben, in Belarus kämpft die Zivilgesellschaft gegen den Diktator Lukaschenko. Am Projekt beteiligte Journalisten gerieten sogar in Untersuchungshaft. Im Gespräch mit dem Donauwellen-Gastgeber Florian Kührer-Wielach erzählen sie von den Erfahrungen und Chancen, die in hybriden Formaten zu finden sind, und von neuen großen Vorhaben.
Die Bukowina – ein Europa im Kleinen?
Maren Röger und Alexander Weidle vom Bukowina-Institut Augsburg sprechen über ihren neuen Band „Bukowina-Deutsche. Erfindungen, Erfahrungen und Erzählungen einer (imaginierten) Gemeinschaft seit 1775“, den aktuellen Stand der Bukowina-Forschung und die Arbeit des Instituts. Im Dialog mit Florian Kührer-Wielach suchen sie nach den Ursprüngen des Mythos dieser einst habsburgischen, später rumänischen, sowjetischen und nun ukrainischen Region und ihrer Hauptstadt Czernowitz, berichten über die historische Rolle der in der jungen BRD entstandenen Landsmannschaft und das aktuelle Zeitzeugen-Projekt zur deutschen Bevölkerung des Buchenlandes und ihrer Nachkommen.
,,Brassó ist Scheiße, Kronstadt ist eine Welt“
Ein Herausgeberinnengespräch über Mehrsprachigkeit, Transkulturalität und Rauminszenierungen am Beispiel einer Stadt in Siebenbürgen Die Literaturwissenschaftlerinnen Dr. Enikő Dácz (IKGS München) und Dr. Réka Jakabházi (Klausenburg/Cluj-Napoca, Rumänien) sprechen mit Florian Kührer-Wielach über ihren Themenband zu „Literarische Rauminszenierungen in Zentraleuropa. Kronstadt/Brașov/Brassó in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“. In der von Ungarn, Rumänen und Deutschen geprägten Stadt im Karpatenbogen existierte in den bewegten Jahrzehnten nach dem Ersten Weltkrieg ein vielstimmiger und vielschichtiger Literaturbetrieb – der, wie das Zitat im Titel dieser Folge belegt, auch Ambivalenzen erzeugt. Theoretisch und methodisch fundiert zeigen die beiden Herausgeberinnen und ihr Autorenteam neue literaturgeschichtliche Wege auf und legen den Fokus auf eine vermeintliche Randzone, verlieren dabei aber nie die „Mitte“ aus den Augen.
Wie kam der Nachlass Zillich ins IKGS?
Ein Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Michaela Nowotnick über Vertrauen, Forschungspotentiale und Publikationsethik zwischen Zeitgeschichte und Literaturwissenschaft Die Literaturwissenschaftlerin und Südosteuropa-Expertin Dr. Michaela Nowotnick (Arno Schmidt Stiftung Bargfeld und Humboldt-Universität zu Berlin) berichtet gemeinsam mit Podcast-Gastgeber Florian Kührer-Wielach über den aus Siebenbürgen stammenden Schriftsteller und Vertriebenenfunktionär Heinrich Zillich. Als Herausgeber der bedeutendsten deutschsprachigen Literaturzeitschrift Südosteuropas in der Zwischenkriegszeit hatte er sich der Völkerverständigung verschrieben, später hing er der nationalsozialistischen Ideen an und wurde im „Dritten Reich“ zum „gottbegnadeten“ Bestseller-Autor. 1945 konnte er an seine Publikumserfolge nicht anschließen. Sein umfangreicher Nachlass, der aktuell im Rahmen eines großen Projektes im IKGS bearbeitet wird, umfasst Material aus neun Jahrzehnten, dessen Relevanz weit über die Südosteuropa-Forschung hinausreicht. Um diesen einzigartigen Quellenbestand – und die Teile, die fehlen – geht es in dieser Folge der „Donauwellen“.
,,Kilometer Null“. Was Sie im neuen Podcast des IKGS erwartet
Podcast-Producer Ralf Grabuschnig spricht in dieser „Folge Null“ mit dem Host der „Donauwellen“ Florian Kührer-Wielach über Sinn, Zweck und Zielgruppen dieses neuen Formates und die Inhalte, die die Hörerinnen und Hörer auf der Reise die Donau hinab und die Karpaten hinauf erwarten.