Spiegelungen

 

 

Podcast

Imperiale (In)Toleranz im 19. Jahrhundert: Osmanisches Reich und Habsburgermonarchie

von IKGS München

1839 leitete das Gülhane-Dekret die Tanzimat-Reformzeit im Osmanischen Reich ein. Es garantierte die Unversehrtheit von Leben und Besitz sowie Religionsfreiheit. Das Dekret bewog Deutsche aus dem Russländischen Reich zur Migration in die osmanische Dobrudscha. Fast zeitgleich wiesen die Habsburger Protestanten aus dem Tiroler Zillertal aus, die nicht katholisch werden wollten. Sie fanden im preußischen Niederschlesien eine neue Heimat. Der Beitrag von Tobias Weger anlässlich des 185. Jahrestags dieses grundlegenden staatsrechtlichen Dekrets regt dazu an, stereotype Bilder von toleranter und intoleranter Herrschaft im 19. Jahrhundert zu überdenken. © Foto: Wikimedia Commons

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The Guardians of Goulash. The Battle around...

von Angela Ilić
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Migrantische Monster | Barbi Marković: Minihorror | Besprechung

von IKGS München

Nachdem ich vor kurzem „Die verschissene Zeit“ gelesen hatte, war ich neugierig, welche Haltung zur Literatur Barbi Marković im vorliegenden Buch einnimmt. Gestützt auf die vorherige Erfahrung begann ich, das Buch durchzublättern. Und da war es ‒ ein Schritt außerhalb der Literatur, eine Verlockung jenseits des gewöhnlichen Erzählens. Als Bonusmaterial gibt es eine Gastgeschichte, ein Party-Brettspiel und eine Reihe möglicher, noch nicht erzählter Geschichten über die Hauptprotagonisten. In den achtundzwanzig geschriebenen und einhundertfünf potenziellen (Mini-)Geschichten über den alltäglichen Horror des bekannten (celebrity?) Paares Mini und Miki macht uns Barbi Marković klar, dass Monster unter uns sind. 

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Da capo al fine | László Végel: Balkanschönheit oder Schlemihls Bastard | Besprechung

von IKGS München

Lang ist es her, seit der eine oder andere Schlemihl der Literaturszene Rätsel aufgab! Nun ist endlich wieder einer da. Skurril auch er. Ein Eigenbrötler, der mit einer positiven Lebenseinstellung überrascht: „Ich bin glücklich, solange ich überflüssig bin. Ich sitze in der Werkstatt, was ich von Großvater gelernt habe, können sie mir nicht nehmen, ich habe von allem Ahnung, bin ein Universalhandwerker, ich repariere Fahrräder, Bügeleisen, Tiefkühlschränke, ich verrichte meine Arbeit, sollen sie doch ruhig über mich verbreiten, dass ich ein Hanswurst und Taugenichts bin […] sollen sie sich nur das Maul zerreißen“. (S. 155)

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Umbrüche in der (post)sowjetischen Moldau | Tatiana Ţîbuleac: Der Garten aus Glas | Besprechung

Die Schriftstellerin Tatiana Țîbuleac wurde 1978 in der Hauptstadt der Moldauischen Sozialistischen Sowjetrepublik Kischinau (rum. Chișinău, russ. Кишинёв) geboren. An der Moldauischen Staatlichen Universität ihrer Heimatstadt studierte sie Journalismus und Kommunikationswissenschaften. Mitte der 1990er-Jahre wurde sie in der Moldau durch ihre Kolumne „Povești adevărate“ [Wahre Geschichten] in der Tageszeitung Flux einem größeren Lesepublikum bekannt. Ende der 1990er-Jahre begann Țîbuleac als Reporterin und Nachrichtenmoderatorin bei einem privaten moldauischen Sender zu arbeiten. Seit 2008 lebt sie in Paris, wo sie im audiovisuellen Bereich tätig ist.  von IKGS München

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Im Archiv der Abertausenden Bilder | Dana...

von IKGS München
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Die Moderne lebt | Zsuzsanna Gahse: Zeilenweise Frauenfeld | Besprechung

von IKGS München

Geboren wurde Zsuzsanna Gahse in Budapest. Nach den Ereignissen von 1956 emigrierte ihre Familie nach Wien. Fortan bewegte sie sich in einer deutschsprachigen Welt, zu der man bekanntlich auch das Wienerische rechnet. In einem Interview hat sie das so beschrieben: „Ein unvergessliches Erlebnis war es, ins Deutsche vorzupreschen. Wie in eine Wolke ging ich in die Sprache hinein, und diese Wolke riss immer mehr auf, und dann konnte ich in der neuen Sprache frei herumspazieren. Unvergesslich ist das Gefühl dieser Unabhängigkeit, nach etwa einem halben Jahr. Aber das Aufreissen der Wolken hört nie auf. Ganz gleich, wie gut man eine Sprache kennt. Auch über meine zehn chinesischen und die fünfzig russischen Wörter bin ich glücklich. Sprachen sind Ausdrucksmöglichkeiten. Jede einzelne Sprache ist eine Möglichkeit“.

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,,Wenn ich hierher zurückkomme, dann überfällt mich das Gedächtnis der Heimaterde.“ | Gabriela Adameșteanu: Der Trevi-Brunnen | Besprechung

von IKGS München

Gabriela Adameșteanu ist eine der wichtigsten rumänischen Autorinnen der Gegenwart, die sich in ihren Texten immer wieder an die Traumata der rumänischen Geschichte des 20. Jahrhunderts heranwagt.